Prof. Dr. med. Margitta Worm, Allergologin und Dermatologin an der Charité Berlin

Prof. Margitta Worm:, Allergologin und Dermatologin an der Charité in Berlin
Prof. Dr. med. Margitta Worm


„Jeden Sommer sterben rund 20 Personen an den Folgen einer allergischen Reaktion auf Insektengift von Wespen und Bienen. Die Dunkelziffer ist wahrscheinlich weit höher, da ein allergischer Schock als Todesursache nicht immer erkannt wird."

„Wer sich nach einer allergischen Reaktion auf Insektengift mit Allgemeinsymptomen wie Luftnot oder Kreislaufschwäche nicht behandeln lässt, setzt sich vor allem im Sommer unnötig der Gefahr eines anaphylaktischen Schocks aus. Eine Insektengift-Immuntherapie – auch Hyposensibilisierung genannt – kann Leben retten.“

Univ.-Prof. Dr. med. Tilo Biedermann, Allergologe an der TU München

Prof. Dr. Tilo Biedermann, Allergologe an der TU München
Univ.-Prof. Dr. med. Tilo Biedermann


„Sobald die Allergie-Anzeichen über eine örtliche Hautreaktion hinausgehen, sollte der Notarzt verständigt werden. Auch wenn die akuten Symptome abgeklungen sind, sollte man trotzdem den Notarzt rufen, damit dieser die weitere Versorgung übernimmt.

„Rund 97 Prozent der Insektengift-Allergiker in Deutschland sind zurzeit nicht ausreichend medizinisch versorgt. Dabei kann eine Hyposensibilisierung die Allergie wirkungsvoll bekämpfen.“

„Nur sehr wenige Menschen wissen um ihre Allergie und lassen sich entsprechend behandeln. Zu viele Menschen setzen sich unnötig akuter Lebensgefahr aus. Daher mein Appell: Haben Sie nach dem Stich einer Biene oder Wespe schon einmal Symptome festgestellt, die über eine Rötung oder Schwellung der Einstichstelle hinausgehen? Dann lassen Sie sich von einem allergologisch tätigen Arzt auf eine Insektengiftallergie untersuchen.“

Univ.-Prof. Dr. med. Alexander Kapp. Allergologe an der Medizinischen Hochschule Hannover

Prof. Dr. Alexander Kapp. Allergologe an der Medizinischen Hochschule Hannover
Univ.-Prof. Dr. med. Alexander Kapp


„Da jedes Jahr immer noch Menschen nach einem Insektenstich an den Folgen ihrer Allergie sterben, ist bei dieser Allergie die Hyposensibilisierung auf jeden Fall angeraten, denn danach zeigen über 90 Prozent der Insektengift-Allergiker bis auf lokale Schwellungen keine Allgemeinsymptome mehr nach einem Stich.“

„Die Allergie auf Insektenstiche ist sehr gut behandelbar und kann mit verschiedenen Tests vom Allergologen festgestellt werden. Wer eine Hyposensibilisierung beginnt, baut sofort einen ersten Schutz gegen Insektengifte auf: Die Erfolgsquote der Immuntherapie mit Insektengiften ist mit 75-85% der Patienten (Wespen > Biene) extrem gut und kann mit Erhöhung der Erhaltungsdosis sogar bis auf 100% erhöht werden.

„Ein Notfallset enthält einen Adrenalin-Autoinjektor, flüssiges Antihistaminikum und Kortison – alles zusammen rettet im Notfall Leben. Denn die Medikamente unterdrücken die Folgen der allergischen Reaktion, sodass der Patient bei einem allergischen Schock am Leben bleibt, bis der Notarzt die weitere Versorgung übernimmt.“