Für Allergiker unverzichtbar: das Notfall-Set
Ist es nach einem Insektenstich zu einer allergischen Allgemeinreaktion gekommen, so sollte dies unbedingt mit dem Arzt besprochen werden. Nach der bestätigten fachärztlichen Diagnose wird man mit einem Notfall-Set zur Selbstbehandlung bei einem neuerlichen Stich ausgestattet. Diese Notfall-Medikamente sollte man immer bei sich tragen.
Das Set besteht aus folgenden Medikamenten:
- Ein rasch wirksames Antihistaminikum: wirkt abschwellend, wird z.B. auch zur Behandlung von Heuschnupfen eingesetzt.
- Ein Kortison-Präparat, das ebenfalls abschwellend wirkt und die akute Reaktion des Immunsystems dämpft
Diese Medikamente wirken nicht unmittelbar und sollten deshalb sofort nach dem Stich eingenommen werden, ohne eine allergische Reaktion abzuwarten.
- Eine Adrenalin-Fertigspritze als wichtigstes Notfall-Medikament, das im Falle einer Allgemeinreaktion (Symptome gehen über die Einstichstelle hinaus) zum Einsatz kommt. Adrenalin verengt bei einem Blutdruckabfall in Minutenschnelle die Gefäße und stabilisiert dadurch Blutdruck und Kreislauf. Zusätzlich verbessert es die Atmung durch Erweiterung der Bronchien und dämpft allergische Reaktionen. Im Falle einer schweren allergischen Reaktion kann die rechtzeitige Verabreichung von Adrenalin lebensrettend sein.
Falls man unter Asthma oder anderen chronischen Erkrankungen leidet, sollte das dem Arzt mitgeteilt werden! In diesem Fall muss das Notfall-Set nämlich individuell ergänzt werden.
Adrenalin – sicher und richtig anwenden
Das Adrenalin muss in den Muskel gespritzt werden. Mithilfe eines Autoinjektors kann sich der Betroffene ganz leicht die erforderliche Injektion selbst geben. In manchen Fällen muss die Gabe von Adrenalin wiederholt werden, sodass Allergiker zumindest zwei Adrenalin-Pens bei sich tragen sollten. Das Adrenalin ist vorsichtig dosiert und deshalb sehr sicher. Für Kinder unter 30 kg Körpergewicht gibt es einen entsprechend niedriger dosierten Adrenalin-Autoinjektor.
Die Handhabung der Spritze ist zwar einfach, muss aber dennoch geübt werden!
Schwere allergische Reaktionen kommen auch bei Kindern vor. Daher wäre es wünschenswert, dass Betreuungspersonen von Kindereinrichtungen (z.B. Ferienlager, Schule, Kindergarten) einen Erste Hilfe-Kurs absolvieren, um auf eine allergische Extremsituation vorbereitet zu sein. Immerhin vergehen bis zum Eintreffen des Notarztes wertvolle Minuten bzw. ist in manchen Situationen keine unmittelbare medizinische Hilfe Vorort (z.B. beim Wandern, bei Ausflügen).